Ort · Geschichte · Gegenwart

Synagoge Augsburg

Augsburg · Bayern

Aktive Synagoge
Geschichte & Informationen

Die Synagoge Augsburg befindet sich in der Halderstraße im Zentrum der bayerischen Stadt Augsburg, unweit des Hauptbahnhofs. Der monumentale Kuppelbau gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Synagogen Deutschlands aus dem frühen 20. Jahrhundert. Er bildet das religiöse Zentrum der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg und beherbergt einen Standort des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.

Die Synagoge entstand zwischen 1913 und 1917 als neues Gotteshaus der wachsenden jüdischen Gemeinde. Bereits 1903 war das Grundstück an der Halderstraße erworben worden. Nach einem Architekturwettbewerb wurde der Entwurf von Fritz Landauer und Heinrich Lömpel verwirklicht. Trotz der schwierigen Bedingungen während des Ersten Weltkriegs konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Am 4. April 1917 wurde die Synagoge durch Rabbiner Richard Grünfeld feierlich eingeweiht.

Architektonisch verbindet das Gebäude Elemente des Jugendstils mit neobyzantinischen und orientalischen Gestaltungsmotiven. Den Mittelpunkt bildet ein monumentaler Zentralbau mit einer 29 Meter hohen Kuppel aus Eisenbeton, deren Innenfläche mit grün-goldenen Mosaiken geschmückt ist. Zwei symmetrisch angeordnete Seitenflügel beherbergen Gemeinderäume. Zwischen ihnen führt eine dreibogige Eingangshalle über einen Vorhof zum eigentlichen Gebetsraum. Die aufwendige Ausstattung und die moderne Konstruktion spiegelten das Selbstbewusstsein der damaligen jüdischen Gemeinde wider.

Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge verwüstet, geplündert und in Brand gesetzt. Das Feuer wurde gelöscht, weil ein Übergreifen auf die benachbarte Tankstelle und umliegende Gebäude befürchtet wurde. Dadurch blieb die Bausubstanz weitgehend erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zweckentfremdet, unter anderem als Kulissenlager des Stadttheaters.

Nach Kriegsende begann der schrittweise Wiederaufbau jüdischen Gemeindelebens. Bereits 1946 fanden wieder Gottesdienste statt. 1963 wurde die Kleine Synagoge eingerichtet. Die umfassende Restaurierung der Hauptsynagoge erfolgte zwischen 1974 und 1985. Am 1. September 1985 wurde das Gotteshaus erneut eingeweiht. Gleichzeitig eröffnete das Jüdische Museum Augsburg Schwaben im Westflügel des Gebäudekomplexes.

Heute ist die Synagoge ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum. Die jüdische Gemeinde nutzt den Komplex für ihr Gemeindeleben, während das Museum die Geschichte und Gegenwart jüdischer Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben vermittelt. Seit 2022 wird die denkmalgeschützte Anlage schrittweise saniert. Aufgrund der Bauarbeiten ist der Museumsstandort in der Halderstraße seit dem 2. November 2026 vorübergehend geschlossen. Die Museumsarbeit wird am zweiten Standort in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber fortgesetzt.

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