Ort · Geschichte · Gegenwart

Neue Synagoge Dresden

Dresden · Sachsen

Aktive Synagoge
Geschichte & Informationen

Die Neue Synagoge Dresden befindet sich am Hasenberg am östlichen Rand der historischen Altstadt, unweit der Brühlschen Terrasse und der Elbe. Das 2001 eingeweihte Gotteshaus bildet gemeinsam mit dem benachbarten Gemeindezentrum einen wichtigen Mittelpunkt jüdischen Lebens in der sächsischen Landeshauptstadt. Zugleich erinnert der Gebäudekomplex an die während der nationalsozialistischen Herrschaft zerstörte jüdische Kultur Dresdens.

An diesem Ort stand bis 1938 die von Gottfried Semper entworfene Synagoge, die am 8. Mai 1840 eingeweiht worden war. Während der Novemberpogrome 1938 setzten Nationalsozialisten das Gebäude in Brand. Die Ruine wurde anschließend vollständig abgetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die stark dezimierte jüdische Gemeinde zunächst über kleinere Gebetsräume. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Wachstum der Gemeinde entstanden konkrete Pläne für einen repräsentativen Neubau.

1996 wurde ein Förderverein zur Errichtung der Synagoge gegründet. Ein internationaler Architekturwettbewerb folgte 1997. Den Auftrag erhielt schließlich das Saarbrücker Architekturbüro Wandel, Hoefer, Lorch und Hirsch. Am 9. November 1998 erfolgte der erste Spatenstich. Die Bauarbeiten wurden 2001 abgeschlossen. Genau 63 Jahre nach der Zerstörung der historischen Synagoge, am 9. November 2001, wurde das neue Gotteshaus feierlich eingeweiht.

Die Architektur unterscheidet sich bewusst von der ehemaligen Semper-Synagoge. Zwei kubische Baukörper aus hellen Betonformsteinen umschließen einen offenen Innenhof. Der etwa 24 Meter hohe Synagogenbau besteht aus 34 übereinanderliegenden Steinschichten, die sich schrittweise nach Osten in Richtung Jerusalem drehen. Die weitgehend geschlossenen Fassaden mit schmalen Fensteröffnungen verleihen dem Gebäude einen zurückhaltenden, monumentalen Charakter.

Im Inneren bildet eine zeltartige Konstruktion aus Metallgewebe den Gebetsraum. Der Innenhof verbindet das Gotteshaus mit dem Gemeindezentrum und erinnert durch die Markierung des früheren Gebäudegrundrisses an die zerstörte Semper-Synagoge. Das Gemeindehaus beherbergt unter anderem Veranstaltungsräume, eine Bibliothek und Verwaltungseinrichtungen.

Die Neue Synagoge wird von der Jüdischen Gemeinde zu Dresden für Gottesdienste, religiöse Feiern und Gemeindeveranstaltungen genutzt. Nach umfangreichen baulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit wurde sie im September 2026 erneut feierlich eröffnet. Als zeitgenössisches Sakralgebäude verbindet sie religiöse Tradition, architektonische Eigenständigkeit und das Gedenken an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.

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